Am Samstag, dem 26.April 2025, erreichte uns im Vorstand des Heimatvereins Papenburg e. V. die Nachricht vom
plötzlichen Tod unseres Freundes und Mitglieds Hermann-Josef Döbber.
Sein Heimgang macht uns sehr traurig.
Wir verlieren mit ihm einen aufmerksamen Beobachter seiner Zeit und seiner Region und einen freundlichen und diskussionsbereiten Berater.
Die Stadt Papenburg verliert mit ihm eine klar vernehmbare kulturelle Stimme.
Als Zeitungsmann und Journalist hatte er bis zuletzt Zugang zum Archiv der Emszeitung und nutzte dies für seine langjährige detaillierte Forschungsarbeit. So wurde er zu einem der wichtigsten Bewahrer der Stadt- und Regionalgeschichte.
So kombinierte er geschickt Zeitungsartikel, Fotos und andere Originalquellen mit kurzen Texten, dadurch spiegelte er Zeitgeschichte in anschaulicher Weise für ein breites Publikum.
Insofern sind seine Veröffentlichungen auch wichtige Quellen für die weitere Forschung zu unterschiedlichen Themen der Region. Der Leserschaft der Emszeitung hat er als Sportredakteur und Berichterstatter zahlreiche Themenfelder erschlossen.
Einer großen Öffentlichkeit verschaffte er durch seine Publikationen , z.B. „Eine Zeitreise“ (2006), „Straßen erzählen“ (2008), „Gewachsen in Jahrhunderten“ (zwei Bände 2014), „Vom Drostensiel zum Windpark“ (2024) u.v.m. , die Möglichkeit zur Identifikation mit den von ihm behandelten Themenfeldern – vom Dorfleben bis zum aktuellen internationalen Schiffbau.
Wir werden seine stete Bereitschaft zum freundschaftlichen Austausch, zur konstruktiven Diskussion und seine integrative Präsenz im Heimatverein sehr vermissen.
Für den Heimatverein Papenburg e. V.
Dr. Hans Joachim Albers

Dr. Hans J. Albers untersucht den Bohrkern aus dem Burggraben der Papenburg
Was geschah in der Region südwestliches Ostfriesland (Overledingerland), in Papenburg und dem nördlichem Emsland vor 2.000 oder 1.000 Jahren? Wie dachten die Menschen? Wie erklärten sie die Welt und ihr Zusammenleben? Wo genau liegen die Wurzeln unserer Kultur? Was ist unser kulturelles Erbe, was unsere kulturelle Identität? Wie verbinden sich die Ereignisse in unserer Region mit denen des Werdegangs Europas? Wie fügt sich Kleinräumiges in den großen Entwicklungsgang des großen Raumes?
Die Forschungsgruppe Archäologie und Naturwissenschaften (FG-ARCHNAT) des Heimatvereins Papenburg kombiniert verschiedene Naturwissenschaften (Geologie, Bodenkunde, Vegetationskunde, Biologie, Ökologie, Vermessungskunde, digitalisierte Verfahren) u.a. mit Sprachforschung und Archäologie. Sie erreicht damit ein differenzierteres Bild des Werdegangs unserer Region als dies durch eine Disziplin allein möglich wäre. Damit betreibt die Forschungsgruppe keine konventionelle Archäologie.
Daten zum zeitlichen Werdegang der Region stammen aus der archäologischen und der historischen Forschung. Beide Datengruppen beschreiben die Entwicklung in unterschiedlichen Zeitphasen, sie stellen ein zeitliches Kontinuum dar.
Berichtet kaum eine Stimme der Überlieferung von den älteren Siedlungszügen unserer Vorfahren in der Region, so blieben Sagen, mündlich weiter gegeben über Jahrhunderte. Sie zu würdigen, aufzunehmen, zu prüfen, zu deuten und mit modernen Forschungsmethoden aus Naturwissenschaften, Sprache, Geschichte und Archäologie zu verbinden, war unser Ziel.
Trotz wissenschaftlichem Anspruch bleibt der Text der Veröffentlichungen so leicht verständlich, dass sich jeder auch sprachlich darin wiederfindet.
Nur durch stärker in Einzelheiten gehende und deutlich kleinräumigere, vor allem flächendeckende Forschungen, sind auf Dauer Fortschritte in der Erkenntnis der Entwicklung unserer Region zu erwarten. Solche Ergebnisse, kleinregional erarbeitet, spüren in ihrer Gesamtsicht den Gesetzmäßigkeiten des geschichtlichen Werdegangs in der fortlaufenden Auseinandersetzung von Mensch und Natur, von Mensch und Landschaft und Meer nach. Sie lassen den Roten Faden erkennen, der auch größerregional die Entwicklung bestimmte: Vieles im Werdegang Nordeuropas wird durch die Darstellung unserer Region wie beispielhaft verständlich. Auf solche kleinräumig ungemein detaillierte Darstellungen zielt die Arbeit der Forschungsgruppe seit nunmehr fast 20 Jahren.
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern die Menschen brauchen ein Bewusstsein für das was sie ausmacht. Die Geschichte ihrer Region zu kennen heißt für sie, sich innerlich zu verorten. Diese „innere Heimat“ kann ihnen niemand nehmen und befähigt sie sich für das Gemeinwesen und die Demokratie einzusetzten. Dies ganz im Geiste der Friesischen Freiheit, die bereits ab der Zeit um 1000 n. Chr. bedeutsam war.